Wenn es um das Recycling von Altkabeln geht, ist Kabel Bosch der Experte. Mit nachhaltigen Verfahren werden die Kabelabfälle nach Einzelbestandteilen getrennt und neue Produkte können entstehen.
Wer denkt, dass Kabel einfach nur Elektroschrott sind, wird bei der Firma Kabel-Bosch eines Besseren belehrt. Seit über vier Jahrzehnten steht der Name für eine der effizientesten Anlagen zur Kabelaufbereitung und trägt damit zur Rohstoffsicherung bei Elektroschrotten bei, deren Ausgangsmaterialien eine große Nachfrage erfahren.
Die Wurzeln von Kabel-Bosch reichen zurück in die 1970er Jahre. Damals wurde die Kabelaufbereitung noch am Stammsitz von Schrott Bosch in Dettingen betrieben. Doch mit wachsendem Wareneingang stieß man schnell an räumliche Grenzen. 1982 fiel deshalb der Entschluss, das heutige Gelände in Kirchheim zu erwerben. Am 29. September 1983 wurde dort die Kabel-Bosch Verwertungs GmbH gegründet – zunächst mit der Technik aus Dettingen, die später schrittweise durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt wurde.
200 Tonnen Kabel pro Monat werden verarbeitet
Heute verarbeitet Kabel-Bosch rund 200 Tonnen Altkabel pro Monat – und das im Ein-Schicht-Betrieb. Das entspricht einem gewaltigen Materialdurchsatz, der dank modernster Technik effizient und ressourcenschonend bewältigt wird.
Der Fokus liegt bei kupferhaltigen Kabeln, doch auch Aluminiumkabel landen zum Recycling bei Kabel-Bosch. Was daraus entsteht, sind drei hochwertige Produkte: Kupfergranulat, Aluminiumgranulat und Kunststoffgranulat – allesamt wertvolle Rohstoffe für neue Produkte, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
Der Weg vom Kabel zum Granulat
Der Aufbereitungsprozess ist ein Vorzeigemodell für ausgeklügelte Technik:
- Zuerst werden die Kabel manuell sortiert, um grobe Störstoffe wie Stecker oder Fremdmaterialien zu entfernen.
- Es folgt eine zweistufige Vorzerkleinerung – am Ende bleiben ca. 5 cm lange Kabelstücke.
- Nach einer Zwischenlagerung im Trockenen geht es in die Feinverarbeitung: In zwei weiteren Stufen wird das Material granuliert, bis Metall und Kunststoff vollständig voneinander getrennt sind.
- Es folgt ein mehrstufiger Dichtetrennprozess: Erst werden Kupfer und Kunststoff grob separiert, dann wird das verbleibende Mischgranulat je nach Größe klassiert und nochmals – diesmal mit nassen und trockenen Trennmethoden – feingetrennt.
- Abschließend wird das Granulat getrocknet und ist damit bereit für den Wiedereinsatz in der Herstellung von neuen Produkten.
Der enorme Aufwand und die vielschichtigen Prozesse lohnen sich. Denn bei Kabel-Bosch geschieht alles kaltmechanisch, also ohne Hitze und ohne Chemie. Ein äußerst nachhaltiger Prozess, der obendrein exzellente Ergebnisse liefert – und das bereits seit Jahrzehnten. Ein Paradebeispiel dafür, wie Spezialisierung, Technik und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen, damit aus alten Kabeln neue Produkte entstehen können.

